Eine depressive Motte

Für das Kinderstück „Die unendliche Geschichte“ wurde in Oldenburg sehr stark mit Handpuppen verschiedener Grössen gearbeitet. Eine davon war die depressive Motte, welche einerseits einen Auftritt in Gross, also als kostümierter Darsteller hatte, aber auch als kleine Motte umherflattern sollte.

Das Grundgerüst besteht aus gebogenem Schweissdraht, Fiberglasstangen und Teilen eines Regenschirms.dscn0191 dscn0195 dscn0193

Für den Körper habe ich eine zerrupfte Umzugsdecke um das Drahtgestell gewickelt und vernäht.
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Für die Flügel habe ich eine hellere Decke gewählt, welche ich nach de Zuschnitt mit einer Drahtbürste an den Rändern etwas ausgedünnt habe.
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Die Unterseite der Flügel wurde (analog zum grossen Kostüm) mit Goldfolie beklebt.
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Futuristisches Smartphone

Für das Stück PidKid sollte ich futuristische Smartphones bauen, da das Stück in einer nicht allzufernen Zukunft spielt.

Zu dem Zweck habe ich mir fertig zugeschnittenes Plexiglas gekauft, mit passenden Bohrungen für LED’s, Batterien (AAA) und Schalter versehen, sowie einer umlaufenden Rille als Kabelführung. Die „Batteriefächer“ sind mit Pfropfen verschlossen, welche sonst bei Vorhangschienen Verwendung finden. Kabel und LED’s wurden nach Funktionsprüfung fest eingeklebt.
Die LED’s stammen übrigens von geschlachteten Billig-Lensern.

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Explodierender Kaktus

In einer Sequenz von „The Black Rider“ schiesst Wilhelm mit magischen Kugeln um sich. Dabei sollten diverse Gegenstände zu Bruch gehen oder explodieren. Für Pyrotechnik war aber, wie so oft, kein Geld mehr vorhanden, also mussten andere Lösungen her.
Also habe ich unter anderem einen „explodierenden“ Kaktus gebaut:

Ein vorhandener Kaktus wurde vorsichtig in vier Teile zerschnitten und mittels Holzplatte in einen Topf eingepasst.
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Der „gesprengte“ Kaktus:
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Hier gut sichtbar, der Stempel in der Sockelplatte:
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Das untere Ende des Stempels:
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An den beiden mittleren Teilen sind Schweissdrähte so befestigt, dass der Stempel die Teile anheben und aus den magnetischen Verankerungen lösen kann.
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Im Topf eingebaut, eine Rattenfalle (die Mausefalle war zu schwach), welche aussen am Topf ausgelöst werden kann und dann den Stempel nach oben schlägt -> Der Kaktus explodiert, bzw zerfällt auf Kommando.
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Pinocchios Nase

Für das Kinderstück Pinocchio wollte der Regisseur, dass die Nase von Pinocchio, wie in der Geschichte, wachsen und schrumpfen kann, ohne, dass sie vom Darsteller angefasst werden muss.
Nach intensiver Recherche, sowohl on- als auch offline war klar, dass es keine „pfannenfertige“ Lösung gab. Einige vielversprechende Ansätze konnte ich aber sehr wohl finden. Es war mir klar, dass ich mit einer Art von Teleskop und einem Antrieb im weitesten Sinne arbeiten musste. Ein Ausflug zum örtlichen Baumarkt erwies sich als äusserst fruchtbar. Ich kam zurück mit diversen Messing- und Plastikröhrchen, sowie einem Fahrradbremszug und einer Teleskop-Fahrradpumpe.
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Daraus entstand dann der erste von vielen Prototypen (insgesamt habe ich um die acht oder neun Fahrradpumpen zerlegt…): Der Griff der Pumpe wurde entfernt, ebenso der Pumpenkopf und die Dichtungen (zu viel Reibung). Das Bremskabel wurde durch die Pumpe geführt und im Griffende fixiert, der Pumpenkopf am Maskenrumpf befestigt und der Bowdenzug von der Nasenwurzel ausgehend über den Kopf nach hinten geführt.
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Am anderen Ende des Bowdenzugs befindet sich ein einfacher Schiebemechanismus. Diesen habe ich erst in einem Plastikröhrchen untergebracht (viel zu weich und unpräzise), dann in einem Messingröhrchen (besser, aber den Belastungen im Spiel nicht gewachsen) und schlussendlich in einem dünnen Eisenrohr, welches dann schlussendlich am Bein des Darsteller befestigt wurde, bzw dort ins Kostüm integriert wurde.
SAMSUNG CAMERA PICTURESDie Probenmaske (der kaschierte Teil befand sich im Maskenfundus, noch von einer alten Inszenierung. Hier musste der Darsteller ursprünglich selber an der Nase ziehen, um sie wachsen zu lassen)
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Die fertige Maske bei der ersten Anprobe:

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Und hier noch ein Zusammenschnitt von Videos vom ersten Prototyp, bis zur fertigen Bühnenversion: 

Eine detailliertere Anleitung zum Nachbau dieser Nase findet sich in diesem Instructable auf englisch.

Brennlanze

Die Produktion Peter Grimes war vom Bühnenbild her in einem Mittelding zwischen rostigem Schiffsrumpf und gefrorener Welle angelegt. Der Regisseur wollte, das im ersten und im letzten Bild ein Arbeiter mit einer Brennlanze Eisenplatten zertrennt. Auch hier war bald klar, dass das pyrotechnisch gelöst werden musste. Nebelmaschine und Lichtblitze waren keine wirklich gangbaren Lösungswege. Nach ausgiebigen Telefonaten mit Anbietern von Pyrotechnik bin ich dann auf einen Bengalbränder gestossen, der erst mit gelber Flamme brennt und nach ein paar Sekunden anfängt Silberfunken zu sprühen und das Ganze bei einer Brenndauer von 60 Sekunden (die Musik hätte zwar eher nach 2 Minuten verlangt, aber schlussendlich war „die Kunst“ dann doch zufrieden mit dem Endresultat).

Die Schlosser haben mir dann ein Eisenrohr auf den passenden Durchmesser aufgebohrt und schon hatten wir eine rudimentäre Brennlanze.

Hier das Video von der Vorführung für den Regisseur:

Optisch wurde das Ganze dann für die Bühne noch etwas aufgepeppt, schliesslich muss das imaginäre Gas (hier Sauerstoff) ja irgendwo herkommen. Die Flasche besteht im Grundgerüst aus einem Plexirohr und einer Styrokugel. Das ganze wurde überkaschiert und in den passenden Farben gespritzt. Die (Pressluft-)Fittinge wurden durchbohrt für die Kabelführung. Das Traggestell habe ich mir aus enem alten Rucksack „zusammengeklöppelt“.
Gezündet wird der Effekt mittels Brückenanzünder und einer Safex-Pyro-Junior Zündbox vom Darsteller selber (und für den Fall eines Zündversagens kriegt er als Backup auch gleich noch ein Feuerzeug mit).

Blutschuss

In der Oper „Il ritorno d’ulisse“ sollte sich einer der Darsteller im Off erschiessen und sein Blut sollte von hinten an ein Fenster spritzen.
Soweit die Ausgangslage. Es war schnell klar, das sich das am Besten über Pyrotechnik lösen liess. Von einer anderen Produktion hatten wir noch ein paar „E-Knall schwach“ von Safex über. Die schienen mir als „Treibladung“ und „Knallgenerator“ geeignet.

Aus ein paar Eisenrohrresten habe ich mir eine Art Mörser zusammengesteckt und erstmal ein paar Probeschüsse mit Paintballkugeln versucht, die wir noch im Schrank liegen hatten. Die Treibenergie war aber etwas zu schwach, bzw der Auftrittswinkel zu flach, also habe ich mir von der Maske ein paar passende Blutbeutel schweissen lassen.

In der Werkstatt habe ich dann damit auch gleich wieder ein paar Probeschüsse gemacht und das Resultat war durchaus ansprechend.

Unten sieht man noch Reste von Paintballkugeln, von einem nicht sonderlich erfolgreichen Vorversuch.

Hier ein Video vom Schussversuch in der Werkstatt:


Den Funkenflug nach hinten haben wir schlussendlich einfach damit verhindert, indem wir das Rohr nach einfädeln des Effekts von hinten mit normaler Knetmasse verschlossen haben.

Und hier der Effekt im Originalbühnenbild während der Hauptprobe:

Ausnahmsweise mal kein Requisit: Eins meiner Fahrradprojekte

In den letzten paar Jahren habe ich viel (Frei)Zeit und Arbeit in dieses hübsche Paar gesteckt:

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Mein NSU-Gespann

Ein ganz klein wenig gehört es doch hierher, weil der Ausgangspunkt der Korpus eines alten Kinderwagens war, der mir bei einer Fundus-Entrümpelungsaktion in die Finger geraten ist. Zum Aufheben nicht mehr geeignet, aber zum Wegwerfen zu schön…
Und wenn dann so ein schicker Hänger da ist, muss natürlich auch eine passende Zugmaschine her. Voilà!

Der gesamte Aufbauprozess ist hier auf Instructables sehr ausführlich beschrieben und bebildert, allerdings komplett auf Englisch.

My vintage bike and trailer

Damit dem Strohmann ein Licht aufgeht

Der Strohmann in „Der Zauberer von Oz“ bekommt am Schluss „Verstand“ geschenkt, in Form einer Glühbirne, die in seinen Hut geschraubt wird und auf wundersame Weise aufleuchtet.


Die Technik dahinter ist eigentlich ziemlich simpel: In einen Lampenkörper, eigentlich für Halogenleuchten gedacht, wird eine Steckfassung für eine 12V LED eingepasst und das ganze mit einem Standard E28 Lampensockel versehen. In den Hut habe ich die entsprechende Fassung einnähen lassen plus eine Halterung für einen 9V-Block und eine Abdeckung. Die Kostümbildnerin hat dann noch einen weiteren E28 Sockel mit etwas Strohpräpariert, um die Fassung zu „verstecken“, fertig.

 

Toto

Für das aktuelle Kinder-Weihnachtsstück „DerZauberer von Oz“ wollte der Regisseur, dass der Hund (Toto) ferngesteuert über die Bühne wuseln kann. Der passende (Stoff-) Hund war vom Team bereits ausgesucht, nun galt es, dafür ein passendes Innenleben zu konstruieren. Also habe ich mir erstmal ein passendes ferngesteuertes Auto aus dem Internet bestellt, um es dann gleich mit Dremel, Heisskleber und Pappröhren für meine Zwecke passend umzubauen. Den Stoffhund hatte ich schon aufgetrennt und zum grössten Teil vom Stopfmaterial befreit. Alles sah nach einem unaufwendigen Umbaus aus….
Dann der erste Testlauf in der Werkstatt : das Auto packte das zusätzliche Gewicht ganz gut, also raus auf den Flur und mit etwas mehr Auslauf testen, nur um enttäuscht festzustellem, dass die Reichweite der Fernsteuerung mehr als dürftig war. Nach ca. 5m kam der Hund ins Stottern um dann auch gleich stehen zu bleiben. Hinter dem Auto/Hund herzulaufen ist vielleicht für spielende Kinder eine Option, aber nicht für die Bühne, also musste etwas anderes her.
Von einem kurzen Ausflug zu einem lokalen Modellbaugeschäft habe ich dann nicht nur eine gescheite (6 Kanal) Fernsteuerung samt Empfänger, Fahrtregler und Servos mitgebracht sondern dank dem freundlichen Ladenbesitzer auch noch ein paar Ideen, um den Hund noch lebendiger zu machen.
Also wieder Dremel auspacken und ran an das Plastik: den Steuerungsservo mit Klebeband in Position fixiert, altes Batteriefach raus (zu wenig Saft) und Platz schaffen für einen 12V Bleiakku und den Fahrtregler. Der Originalmotor des Autos ist bei der ersten Probefahrt abgeraucht, also einen vorhandenen aus dem Fundus mit Dremel und viiiiiel Heisskleber eingebaut. Der Motor war eigentlich für 6V Betrieb gedacht und drehte daher viel zu schnell, also habe ich noch einen Widerstand dazwischen gesetzt (der wurde allerdings ziemlich heiss).
Um noch etwas mehr Leben in den Hund zu bringen, wollte ich mittels zweier Servos auch den Kopf bewegen. Also habe ich eine kleine Hilfskonstruktion aus Metallband gebaut und an der Karosserie (bzw. dem Rest davon) befestigt und dann zwei Servos aufeinander geklebt quasi als Atlas und Axis (Nicker und Dreher). Mit diesem Innenleben war Toto bereit für die Proben. Allerdings zeigte sich sehr schnell, dass diese Konstruktion nicht sonderlich zuverlässig und stabil war und es vermutlich kaum bis zur Premiere geschafft hätte.
Auf die Suche nach Alternativen fand ich im Netz ein fertig aufgebautes Chassis im passenden Massstab (1:14) mit Vierradantrieb und verstellbarer Bodenfreiheit zu einem vertretbaren Preis. Vom lokalen Elektronikhändler kam dann noch ein langsam drehender 12V-Motor dazu (ca 9500 U/min) und aus dem Spielzeugladen zwei eitech Metallbausätze. Aus dem Materiallager/Fundus habe ich dann noch ein Stück Abflussrohr (Körper) und zwei Infusionsflaschen (Radkästen) zweckentfremdet und aus dem Ganzen dann ein neues Innenleben für Toto konstruiert, welches auf jeden Fall die vielen Vorstellungen überleben wird.

 

Der fertige Toto
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Der Blick unter den Pelz
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Der „nackte“ Toto
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Unter der Haube
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Chassis und Karosserie
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Der bewegte Hund im bewegten Bild:

E-Joint XXL

Nochmal ein E-Joint, diesmal für „Erlöst Albert E.“ und in Grösse XXL. Die eingebaute Technik und das Prinzip entspricht der ersten Variante: E-Zigarette in Plexirohr. Darum herum habe ich dieses Mal aber aus Styrodur eine „etwas grössere Tüte“ gebaut.

Besagte E-Zigarette in Plexirohr
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Die „Tüte“ in ihrer Rohform…
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… und hier in der Endform.
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Dank Heissluftföhn wird aus Kunstpelz…
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…die Asche/Glut.
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Das ganze noch flugs kaschiert…
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…und fertig ist der E-Joint XXL
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