Bau uns doch mal bitte einen e-Joint!

So ähnlich kam die Anfrage neulich bei mir an. Gefragt war ein Joint, der trotz Rauchverbot auf unserer kleinen Bühne eingesetzt werden durfte.
Ausgegangen bin ich von einer einfachen E-Zigarette, wie wir sie seit einiger Zeit gerne v.a. für die Oper einsetzen. Im Lager hatte ich noch ein Reststück Plexiglasrohr mit passendem Innendurchmesser, welches ich mit Raspel, Feile und Schleifpapier in Form gebracht habe. Damit die E-Zigarette auch richtig funktionieren kann habe ich an entsprechender Stelle rundum mehrere Belüftungslöcher gebohrt und das ganze dann mit Sprühlack weiss mit etwas grau lackiert. Auf die vordere Öffnung habe ich mit transparentem Kleber schwarze Wollfäden als Asche/Tabak aufgeklebt. Nicht zu dicht, damit die rote LED der Zigarette noch sichtbar bleibt. Mit eingeschobener Zigarette wird das ganze dann noch in passendes Zigarettenpapier eingewickelt (wie es sich gehört, zwei lange aneinander geklebt), fertig ist der Joint 2.0

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Ein blutiges Ende

Für Dialogues des Carmelites sollten zum Ende der Vorstellung grosse Mengen von Blut über eine Treppe (mit entsprechender Rinne) auf die Bühne und dort dann in einen Gulli rinnen (hier zu sehen im Trailer). Normales Theaterblut war bei der gefragten Menge (ca 15 Liter pro Vorstellung) aus preislichen Gründen keine Option. Es musste also eine andere Lösung her, die sich auch mit Kostümen (weiss) und Bühnenbild (ebenfalls weiss) vertrug.

Grosseinkauf
(Grosseinkauf lohnt sich auf jeden Fall. Einfach bei Grünfink anfragen, wo es das Produkt in der Nähe zu kaufen gibt)

Nach einigem herumprobieren und diversen Materialtests sind wir dann auf folgendes Rezept gekommen:
10 Liter Rote Beete Saft (von Grünfink, wegen des hohen Anteils an Zitronensaft) in einem entsprechend grossen Topf aufkochen. Dann vier Pakete Saucenbinder einrühren, kurz weiterkochen lassen, dann in einen zweiten Topf umleeren.

Zutaten
(die Zutaten)

Anschliessend den gleichen Vorgang mit 10 Liter Wasser wiederholen und zum Saft dazuschütten. Die Mischung unter gelegentlichem Umrühren abkühlen lassen und wenn handwarm in einen passenden Kanister umfüllen.

Der Topf
(Die Heizplatte stammt aus dem Malersaal und wurde früher zum Knochenleim kochen verwendet)

Das getrennte Aufkochen ist zwar etwas umständlich, lässt sich aber von einer Einzelperson ohne Grossküchenzugang wesentlich einfacher handhaben. Es empfiehlt sich, für Abendvorstellungen jeweils morgens das Blut frisch vorzubereiten und die Kanister und Auffangbehälter am gleichen Abend bzw. spätestens am nächsten Morgen gründlich zu reinigen, da die Mischung relativ bald unangenehme Gerüche entwickelt…

Entsorgung im Schnee
(Entsorgung im Schnee)

Leuchtakte

Für Killerinstinkt wollte der Regisseur eine „leuchtende Akte“ auf eine Nachfrage meinerseits gab es genauere Informationen: Die Akte sollte möglichst flexibel und dünn sein, vom ersten Schauspieler als normale Akte bespielt werden können und erst beim Öffnen durch den zweiten Darsteller zu leuchten anfangen…
Einen Papierstapel aushöhlen war kein Problem, nur verleimen war leider keine Option, da das ganze ja beweglich bleiben sollte. Also habe ich den Papierstapel mittels Bohrungen, Federn und Gummibändern zusammengefügt.

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Als Leuchtmittel habe ich einfache LED-Handlampen aus dem Baumarkt auseinandergenommen, die Schalter überbrückt und die Platinen dann in Reihe geschaltet. Das ganze dann mit einem Anschluss für Batterien und einem Hebeltaster versehen und mit Teppichklebeband auf den Rücken von einem Schnellhefter aus Kunststoff geklebt und anschl. zusätzlich vernäht.

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Aus etwas festerem Papier und Frostfolie habe ich eine Abdeckung gemacht, welche ich rechts am Leuchtblock befestigt, auf die Abdeckung kam dann noch ein kleiner Stapel verschiedener Kopie als eigentliche Akte. Den ganzen Block habe ich dann in eine Hängeregistermappe geklebt.

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