E-Joint XXL

Nochmal ein E-Joint, diesmal für „Erlöst Albert E.“ und in Grösse XXL. Die eingebaute Technik und das Prinzip entspricht der ersten Variante: E-Zigarette in Plexirohr. Darum herum habe ich dieses Mal aber aus Styrodur eine „etwas grössere Tüte“ gebaut.

Besagte E-Zigarette in Plexirohr
SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die „Tüte“ in ihrer Rohform…
SAMSUNG CAMERA PICTURES

… und hier in der Endform.
SAMSUNG CAMERA PICTURES

 

Dank Heissluftföhn wird aus Kunstpelz…
SAMSUNG CAMERA PICTURES

…die Asche/Glut.
SAMSUNG CAMERA PICTURES
SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das ganze noch flugs kaschiert…
SAMSUNG CAMERA PICTURES

…und fertig ist der E-Joint XXL
SAMSUNG CAMERA PICTURES

599 pinke Luftballons

Ok, gewünscht waren eigentlich 600, aber etwas Schwund ist immer…

Für Killerinstinkt sollten bei jeder Vorstellung 600 Ballons auf die Bühne runterregnen. Rein technisch kein Problem: Ein entsprechend grosses Tuch an dem eine Seite ausgelöst werden kann mit Ballons füllen, in den Schnürboden hochziehen und auf Stichwort auslösen.
Die Probleme treten in der Vorstellungsvorbereitung auf: wie schaffe ich es mit vernünftigem zeitlichen Aufwand die ganzen Ballons aufzupusten?

Massnahme 1: Eine Aufblasmaschine (empfehlenswert die Z32 von zibi)

Massnahme 2: Eine Knothilfe (gefunden hier bei instructables)

PhotoGrid_1369482809519

Resultat: 1 Person schafft die 600 Ballons in ca 2,5h…

Ein blutiges Ende

Für Dialogues des Carmelites sollten zum Ende der Vorstellung grosse Mengen von Blut über eine Treppe (mit entsprechender Rinne) auf die Bühne und dort dann in einen Gulli rinnen (hier zu sehen im Trailer). Normales Theaterblut war bei der gefragten Menge (ca 15 Liter pro Vorstellung) aus preislichen Gründen keine Option. Es musste also eine andere Lösung her, die sich auch mit Kostümen (weiss) und Bühnenbild (ebenfalls weiss) vertrug.

Grosseinkauf
(Grosseinkauf lohnt sich auf jeden Fall. Einfach bei Grünfink anfragen, wo es das Produkt in der Nähe zu kaufen gibt)

Nach einigem herumprobieren und diversen Materialtests sind wir dann auf folgendes Rezept gekommen:
10 Liter Rote Beete Saft (von Grünfink, wegen des hohen Anteils an Zitronensaft) in einem entsprechend grossen Topf aufkochen. Dann vier Pakete Saucenbinder einrühren, kurz weiterkochen lassen, dann in einen zweiten Topf umleeren.

Zutaten
(die Zutaten)

Anschliessend den gleichen Vorgang mit 10 Liter Wasser wiederholen und zum Saft dazuschütten. Die Mischung unter gelegentlichem Umrühren abkühlen lassen und wenn handwarm in einen passenden Kanister umfüllen.

Der Topf
(Die Heizplatte stammt aus dem Malersaal und wurde früher zum Knochenleim kochen verwendet)

Das getrennte Aufkochen ist zwar etwas umständlich, lässt sich aber von einer Einzelperson ohne Grossküchenzugang wesentlich einfacher handhaben. Es empfiehlt sich, für Abendvorstellungen jeweils morgens das Blut frisch vorzubereiten und die Kanister und Auffangbehälter am gleichen Abend bzw. spätestens am nächsten Morgen gründlich zu reinigen, da die Mischung relativ bald unangenehme Gerüche entwickelt…

Entsorgung im Schnee
(Entsorgung im Schnee)

Molekularküche

Für die Produktion Killerinstinkt wollte die Bühnenbildnerin einen festlich gedeckten Tisch à la Molekularküche. D.h. es war ein/e Topf/Schale gefragt, aus dem kalter Nebel wabern sollte. Trockeneis war aus Gründen der Handhabung und des Preises keine Option, daher mussten andere Ideen her.
Grundsätzlich ist ja Bodennebel nichts anderes als kalter Nebel, der im Normalfall dadurch erzeugt wird, dass der Nebel in einem speziellen Vorsatz nach Austritt aus der Nebelmaschine mit Hilfe von Stickstoff oder Trockeneis heruntergekühlt wird.
Wir hatten bereits eine kleine Nebelmaschine (Tiny Fogger), die für Akkubetrieb mit Fernbedienung ausgerüstet ist. Jetzt galt es also nur noch eine Möglichkeit zu finden den Nebel (für schmales Geld) so weit runterzukühlen, dass er aus der Schale nach unten fliesst.
Nach einer kleinen Recherche (youtube ist da eine richtig gute Quelle) war ich mir ziemlich sicher, dass mein Projekt mit ein paar Camping-Kühlakkus und einer isolierten Tupperdose o.ä. funktionieren müsste. Eine Tour durch die Baumärkte und einige Stunden in der Werkstatt haben dann zu diesem funktionierenden Prototypen geführt:

DSCN2331 DSCN2327

Einige Zeit später stöberte die Bühnenbildnerin im Lampenfundus einen „wunderschönen“ Lampenschirm auf, den sie für ihre Tischdeko als Schale haben wollte. Aus Platzgründen war auch ein Sockel nötig, dieser sollte weiss sein und eine möglichst schlichte Form haben. Für die Aufnahme der Kühlakkus fand ich einen passenden Eimer, den ich mit Hilfe von PVC-Hartschaumplatten als Kühler herrichtete.

DSCN2533 DSCN2531DSCN2548

Als Sockel diente ein Kochtopf aus dem Fundus, welchen ich mit Hilfe der Schlosser zu einem passenden Sockel umfunktionierte. Im Sockel war gerade genug Platz für Nebelmaschine, Akku und Fernbedienung, sowie für den Nebelschlauch zum Kühler.

DSCN2539DSCN2527 DSCN2543

Nach einigen Fehlversuchen hatte ich die ersten Kinderkrankheiten beseitigen können und konnte schliesslich eine fertige funktionierende Molekularküchen-Schale präsentieren.
Die Deko wurde von einem Abteilungskollegen auf einem separaten Teller erstellt und auf den Kühler aufgesetzt.

DSCN2560DSCN2617

wer eine genauere Dokumentation der Nebelschale haben möchte findet diese hier (allerdings nur auf englisch).

Zigarettenstangen

Für die Produktion „Nienich to laat“ des Niederdeutschen Schauspiels in Oldenburg (eine Adaption des Schweizer Kinofilms „Die Herbstzeitlosen“) musste ein Krämerladen u.a. mit Zigaretten bestückt werden. Da unser Intendant nur sehr ungern reale Markennamen auf der Bühne sieht, habe ich dafür eigene Zigarettenmarken entworfen.

Bei den Logos habe ich mich von Elementen mit Bezug auf die Region inspirieren lassen, für Masse und Faltung habe ich an eine echten Verpackung zerlegt und vermessen, um daraus dann ein Grundraster zu entwerfen, gezeichnet habe ich das ganze mit der Hilfe von „EasyDraw“, einem Vektorgrafik-Programm für Mac. Um den Packungen bühnentaugliche Stabilität zu geben, habe ich mir von der Tischlerei passende Holzklötze zuschneiden lassen, um die herum dann die Verpackung gefaltet und geklebt wurde.

Zu den Stangen habe ich zusätzlich noch Fliptop-Verpackungen entworfen, welche aber schlussendlich nicht zur Ausführung gelangten. Inzwischen sind auch schon für andere Produktionen eigene Zigarettenmarken nach dem gleichen Muster entstanden.

BILD0324.jpg

BILD0326.jpg

BILD0327.jpg

Zauberflöte

Für die Zauberflöte musste eine Steampunk-Flöte her, also hab ich kurzerhand Bruchstücke (in diesem Falle durchaus wörtlich gemeint) einer bestehenden Querflöte mit einer Sprechmuschel eines alten Telefonhörers und einigen Kupferfittingen gekreuzt, bzw verlötet…

Spielbar ist das gute Stück natürlich nicht, aber das war auch nicht gewünscht.

110913-130616

110913-130733 110913-130750

110913-130717

Pamina, wechsel dich

Für die Zauberflöte wünschte sich der Regisseur eine Art Hologrammbild von Pamina. Hier ist das Resultat:

DSCN0080

Was auf den ersten Blick etwas verwirrend aussehen mag, bietet aus den richtigen Winkeln betrachtet, zwei Bilder in einem:

DSCN0082 DSCN0081

Die Originalfotos habe ich mit Hilfe von Pixelmator (Alternativsoftware zu Photoshop) in Streifen zu je 11mm nebeneinander, bzw übereinander gelegt. Hier hilft ein entsprechendes Raster ungemein. Den Ausdruck auf etwas festerem Papier habe ich dann ZickZack-gefaltet.

DSCN0100

Aus 10x10mm Winkelprofil aus Kunststoff habe ich 28cm lange Streifen zugeschnitten und mittels doppelseitigem Klebeband auf eine MDF-Platte geklebt. Auf der so entstandenen Unterkonstruktion habe ich dann das gefaltete Doppelbild aufgeklebt.

DSCN0102 DSCN0104 DSCN0105

Und hier ein kurzes Video von dem Effekt:

Gold und Diamanten

Für den Triumphzug in Aida waren grosse aufblasbare Objekte gewünscht: Goldbarren, Diamant, Ölfass und ein Elefant. Beim Elefanten hab ich gleich mal abgewinkt (und die Kaufvariante wurde später dann auch gecancelt), aber die anderen Objekte schienen mir möglich. Nach Schweiss-Experimenten mit HDPE-Folie (mit gedimmtem 30W-Lötkolben) bin ich dann bei einer Variante mit metallisierter PVC-Folie, bzw Regenbogenfolie und doppelseitigem Tesa gelandet.

Ein Kissen, verschweisst, bzw. verlötet aus vier Mülltüten.

C360_2011-02-16 10-43-04.jpg

Aufgeblasen wird es von einem PC-Lüfter, welcher an einem 12V-Akku hängt

C360_2011-02-16 10-43-13.jpg

Nach dem Experimentieren der Prototyp: Ein Goldbarren aus Metallic-Folie.

C360_2011-02-17 11-08-11.jpg

Die Kanten werden mit doppelseitigem Tesa verklebt. Hier in der 19mm Variante.

C360_2011-02-17 11-08-22.jpg

Beim Autobau würde man von der „Hochzeit“ sprechen…

C360_2011-02-17 13-00-58.jpg

Auch hier wieder der PC-Lüfter

C360_2011-02-17 13-29-35.jpg

Der fertige Prototyp (ca 330x150x40cm). Ballontypisch natürlich die rundliche Form. Für eine zweite Ausführung war eine Kammerung in Längsrichtung geplant. Dazu kam es dann leider nicht mehr… 🙁

C360_2011-02-18 13-49-10.jpg

Der Diamant. Mit der gleichen Technik gefertigt. Das Tesa wurde aber extra auf 9mm Breite bestellt. Der Diamant einen Durchmesser von ca 2m.

C360_2011-03-02 13-48-09.jpg

C360_2011-03-02 13-48-21.jpg

Auch hier sorgt ein PC-Lüfter für Druck (allerdings erwiesen sich die Lüfter als so stark, dass ich einen Luftauslass einbauen musste)

C360_2011-03-02 13-48-47.jpg

Und vom Diamanten hier noch das „Making of“…

Goldn

Unser Theatergeld sah schon ziemlich mitgenommen aus und etwas „euroähnliches“ musste her. Da es auch keine Kopiervorlagen mehr gab, habe ich mich dazu entschlossen, neues Theatergeld zu entwerfen. Geeignete Motive aus Oldenburg und umzu (d.h.aus der Umgebung) waren schnell gefunden: Gebäude, Brücken und das Theaterlogo, dazu etwas Grünkohl und Onkel Dieter als Wasserzeichen. Die Farben an den Euro angelehnt und das Ganze ist sogar von der Bundesbank abgesegnet…

C360_2011-01-03 12-37-04

C360_2011-01-03 12-38-39

Olympischer Schirmdegen

Bei den Proben zu „Kinder des Olymp“ wurde der Wunsch nach einer Art Stockdegen geäussert. Am liebsten ein Messer oder Degen, versteckt in einem Schirm.

Ein „Spenderschirm“ war im Fundus schnell aufgestöbert und für die Klinge wurde ich in der Waffenkammer fündig. Praktischerweise wurde für eine schon lange abgespielte Produktion eine Degenklinge an einem Metallrohr befestigt, um damit Papier vom Boden aufzuspiessen. Dazu noch ein Stück Elektrorohr, was dank Baustelle im Haus auch leicht zu beschaffen ist.

101012-095828-2010-10-22-21-05.jpg

Zuerst habe ich den Schirm von sämtlichem überflüssigen Innenleben „befreit“ (er musste ja Gottseidank nicht mehr auspannbar sein)

101012-095902-2010-10-22-21-05.jpg

Das Innere der beiden Führungsstücke passte genau in die weite Öffnung des Elektrorohrs und bildete dort die neue Aufnahme des (reduzierten) Schirmgestänges. Ein weiteres Stück sägte ich entzwei und passte es als Klingenführung in die Rohröffnung ein.

101012-095843-2010-10-22-21-05.jpg

Das untere Ende des Elektrorohrs fixierte ich mittels Schrauben (und etwas Schlauch als Lückenfüller) an dem verbliebenen Stummel des ursprünglichen Schirmrohrs. Für das Gestänge musste ich Ausparungen aussägen, damit der Schirm trotz dickerem Rohr noch zugemacht werden konnte.

101012-124439-2010-10-22-21-05.jpg

Das Elektrorohr habe ich mit schwarzem Tape abgeklebt und die Schirmstangen dann wieder mittels Draht in der neuen Aufnahme festgemacht.

101012-125533-2010-10-22-21-05.jpg

Die Degenklinge wurde wieder an dem ursprünglichen Metallrohr befestigt und dieses auf die passende Länge abgesägt, der Tischler hat mir dann noch einen passenden Griff gedrechselt und fertig war der „Schirmdegen“.

101015-101107-3-2010-10-22-21-05.jpg

PS: nach zwei Proben war er dann leider auch schon wieder abgespielt. Jetzt soll es doch ein konventioneller Stockdegen sein…