Leuchtakte

Für Killerinstinkt wollte der Regisseur eine „leuchtende Akte“ auf eine Nachfrage meinerseits gab es genauere Informationen: Die Akte sollte möglichst flexibel und dünn sein, vom ersten Schauspieler als normale Akte bespielt werden können und erst beim Öffnen durch den zweiten Darsteller zu leuchten anfangen…
Einen Papierstapel aushöhlen war kein Problem, nur verleimen war leider keine Option, da das ganze ja beweglich bleiben sollte. Also habe ich den Papierstapel mittels Bohrungen, Federn und Gummibändern zusammengefügt.

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Als Leuchtmittel habe ich einfache LED-Handlampen aus dem Baumarkt auseinandergenommen, die Schalter überbrückt und die Platinen dann in Reihe geschaltet. Das ganze dann mit einem Anschluss für Batterien und einem Hebeltaster versehen und mit Teppichklebeband auf den Rücken von einem Schnellhefter aus Kunststoff geklebt und anschl. zusätzlich vernäht.

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Aus etwas festerem Papier und Frostfolie habe ich eine Abdeckung gemacht, welche ich rechts am Leuchtblock befestigt, auf die Abdeckung kam dann noch ein kleiner Stapel verschiedener Kopie als eigentliche Akte. Den ganzen Block habe ich dann in eine Hängeregistermappe geklebt.

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Molekularküche

Für die Produktion Killerinstinkt wollte die Bühnenbildnerin einen festlich gedeckten Tisch à la Molekularküche. D.h. es war ein/e Topf/Schale gefragt, aus dem kalter Nebel wabern sollte. Trockeneis war aus Gründen der Handhabung und des Preises keine Option, daher mussten andere Ideen her.
Grundsätzlich ist ja Bodennebel nichts anderes als kalter Nebel, der im Normalfall dadurch erzeugt wird, dass der Nebel in einem speziellen Vorsatz nach Austritt aus der Nebelmaschine mit Hilfe von Stickstoff oder Trockeneis heruntergekühlt wird.
Wir hatten bereits eine kleine Nebelmaschine (Tiny Fogger), die für Akkubetrieb mit Fernbedienung ausgerüstet ist. Jetzt galt es also nur noch eine Möglichkeit zu finden den Nebel (für schmales Geld) so weit runterzukühlen, dass er aus der Schale nach unten fliesst.
Nach einer kleinen Recherche (youtube ist da eine richtig gute Quelle) war ich mir ziemlich sicher, dass mein Projekt mit ein paar Camping-Kühlakkus und einer isolierten Tupperdose o.ä. funktionieren müsste. Eine Tour durch die Baumärkte und einige Stunden in der Werkstatt haben dann zu diesem funktionierenden Prototypen geführt:

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Einige Zeit später stöberte die Bühnenbildnerin im Lampenfundus einen „wunderschönen“ Lampenschirm auf, den sie für ihre Tischdeko als Schale haben wollte. Aus Platzgründen war auch ein Sockel nötig, dieser sollte weiss sein und eine möglichst schlichte Form haben. Für die Aufnahme der Kühlakkus fand ich einen passenden Eimer, den ich mit Hilfe von PVC-Hartschaumplatten als Kühler herrichtete.

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Als Sockel diente ein Kochtopf aus dem Fundus, welchen ich mit Hilfe der Schlosser zu einem passenden Sockel umfunktionierte. Im Sockel war gerade genug Platz für Nebelmaschine, Akku und Fernbedienung, sowie für den Nebelschlauch zum Kühler.

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Nach einigen Fehlversuchen hatte ich die ersten Kinderkrankheiten beseitigen können und konnte schliesslich eine fertige funktionierende Molekularküchen-Schale präsentieren.
Die Deko wurde von einem Abteilungskollegen auf einem separaten Teller erstellt und auf den Kühler aufgesetzt.

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wer eine genauere Dokumentation der Nebelschale haben möchte findet diese hier (allerdings nur auf englisch).

Zigarettenstangen

Für die Produktion „Nienich to laat“ des Niederdeutschen Schauspiels in Oldenburg (eine Adaption des Schweizer Kinofilms „Die Herbstzeitlosen“) musste ein Krämerladen u.a. mit Zigaretten bestückt werden. Da unser Intendant nur sehr ungern reale Markennamen auf der Bühne sieht, habe ich dafür eigene Zigarettenmarken entworfen.

Bei den Logos habe ich mich von Elementen mit Bezug auf die Region inspirieren lassen, für Masse und Faltung habe ich an eine echten Verpackung zerlegt und vermessen, um daraus dann ein Grundraster zu entwerfen, gezeichnet habe ich das ganze mit der Hilfe von „EasyDraw“, einem Vektorgrafik-Programm für Mac. Um den Packungen bühnentaugliche Stabilität zu geben, habe ich mir von der Tischlerei passende Holzklötze zuschneiden lassen, um die herum dann die Verpackung gefaltet und geklebt wurde.

Zu den Stangen habe ich zusätzlich noch Fliptop-Verpackungen entworfen, welche aber schlussendlich nicht zur Ausführung gelangten. Inzwischen sind auch schon für andere Produktionen eigene Zigarettenmarken nach dem gleichen Muster entstanden.

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Zauberflöte

Für die Zauberflöte musste eine Steampunk-Flöte her, also hab ich kurzerhand Bruchstücke (in diesem Falle durchaus wörtlich gemeint) einer bestehenden Querflöte mit einer Sprechmuschel eines alten Telefonhörers und einigen Kupferfittingen gekreuzt, bzw verlötet…

Spielbar ist das gute Stück natürlich nicht, aber das war auch nicht gewünscht.

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Pamina, wechsel dich

Für die Zauberflöte wünschte sich der Regisseur eine Art Hologrammbild von Pamina. Hier ist das Resultat:

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Was auf den ersten Blick etwas verwirrend aussehen mag, bietet aus den richtigen Winkeln betrachtet, zwei Bilder in einem:

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Die Originalfotos habe ich mit Hilfe von Pixelmator (Alternativsoftware zu Photoshop) in Streifen zu je 11mm nebeneinander, bzw übereinander gelegt. Hier hilft ein entsprechendes Raster ungemein. Den Ausdruck auf etwas festerem Papier habe ich dann ZickZack-gefaltet.

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Aus 10x10mm Winkelprofil aus Kunststoff habe ich 28cm lange Streifen zugeschnitten und mittels doppelseitigem Klebeband auf eine MDF-Platte geklebt. Auf der so entstandenen Unterkonstruktion habe ich dann das gefaltete Doppelbild aufgeklebt.

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Und hier ein kurzes Video von dem Effekt:

Gold und Diamanten

Für den Triumphzug in Aida waren grosse aufblasbare Objekte gewünscht: Goldbarren, Diamant, Ölfass und ein Elefant. Beim Elefanten hab ich gleich mal abgewinkt (und die Kaufvariante wurde später dann auch gecancelt), aber die anderen Objekte schienen mir möglich. Nach Schweiss-Experimenten mit HDPE-Folie (mit gedimmtem 30W-Lötkolben) bin ich dann bei einer Variante mit metallisierter PVC-Folie, bzw Regenbogenfolie und doppelseitigem Tesa gelandet.

Ein Kissen, verschweisst, bzw. verlötet aus vier Mülltüten.

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Aufgeblasen wird es von einem PC-Lüfter, welcher an einem 12V-Akku hängt

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Nach dem Experimentieren der Prototyp: Ein Goldbarren aus Metallic-Folie.

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Die Kanten werden mit doppelseitigem Tesa verklebt. Hier in der 19mm Variante.

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Beim Autobau würde man von der „Hochzeit“ sprechen…

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Auch hier wieder der PC-Lüfter

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Der fertige Prototyp (ca 330x150x40cm). Ballontypisch natürlich die rundliche Form. Für eine zweite Ausführung war eine Kammerung in Längsrichtung geplant. Dazu kam es dann leider nicht mehr… 🙁

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Der Diamant. Mit der gleichen Technik gefertigt. Das Tesa wurde aber extra auf 9mm Breite bestellt. Der Diamant einen Durchmesser von ca 2m.

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Auch hier sorgt ein PC-Lüfter für Druck (allerdings erwiesen sich die Lüfter als so stark, dass ich einen Luftauslass einbauen musste)

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Und vom Diamanten hier noch das „Making of“…

Goldn

Unser Theatergeld sah schon ziemlich mitgenommen aus und etwas „euroähnliches“ musste her. Da es auch keine Kopiervorlagen mehr gab, habe ich mich dazu entschlossen, neues Theatergeld zu entwerfen. Geeignete Motive aus Oldenburg und umzu (d.h.aus der Umgebung) waren schnell gefunden: Gebäude, Brücken und das Theaterlogo, dazu etwas Grünkohl und Onkel Dieter als Wasserzeichen. Die Farben an den Euro angelehnt und das Ganze ist sogar von der Bundesbank abgesegnet…

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Blutmesser

Bei der Suche nach einem Messer mit „verschwindender“ Klinge bin ich auf das nachfolgende „Schmuckstück“ gestossen: Ein quasi vollautomatisches Blutmesser, bei dem die zurückgestossene Klinge das Blut am Heft rausspritzen lässt.

Ich hab das gute Stück erstmal auseinandergebaut, den abgeschrabbelten Griff entfernt und mal den ganzen Rost runtergeschrubbt. Bei Gelegenheit werde ich dem Messer dann mal neue Dichtungen spendieren (die alten waren, bzw sind komplett ausgehärtet und nicht mehr zu gebrauchen) und den Griff neu aufbauen. Und vielleicht baue ich dann so ein Ding auch mal selber nach, wer weiss…

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Olympischer Schirmdegen

Bei den Proben zu „Kinder des Olymp“ wurde der Wunsch nach einer Art Stockdegen geäussert. Am liebsten ein Messer oder Degen, versteckt in einem Schirm.

Ein „Spenderschirm“ war im Fundus schnell aufgestöbert und für die Klinge wurde ich in der Waffenkammer fündig. Praktischerweise wurde für eine schon lange abgespielte Produktion eine Degenklinge an einem Metallrohr befestigt, um damit Papier vom Boden aufzuspiessen. Dazu noch ein Stück Elektrorohr, was dank Baustelle im Haus auch leicht zu beschaffen ist.

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Zuerst habe ich den Schirm von sämtlichem überflüssigen Innenleben „befreit“ (er musste ja Gottseidank nicht mehr auspannbar sein)

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Das Innere der beiden Führungsstücke passte genau in die weite Öffnung des Elektrorohrs und bildete dort die neue Aufnahme des (reduzierten) Schirmgestänges. Ein weiteres Stück sägte ich entzwei und passte es als Klingenführung in die Rohröffnung ein.

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Das untere Ende des Elektrorohrs fixierte ich mittels Schrauben (und etwas Schlauch als Lückenfüller) an dem verbliebenen Stummel des ursprünglichen Schirmrohrs. Für das Gestänge musste ich Ausparungen aussägen, damit der Schirm trotz dickerem Rohr noch zugemacht werden konnte.

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Das Elektrorohr habe ich mit schwarzem Tape abgeklebt und die Schirmstangen dann wieder mittels Draht in der neuen Aufnahme festgemacht.

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Die Degenklinge wurde wieder an dem ursprünglichen Metallrohr befestigt und dieses auf die passende Länge abgesägt, der Tischler hat mir dann noch einen passenden Griff gedrechselt und fertig war der „Schirmdegen“.

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PS: nach zwei Proben war er dann leider auch schon wieder abgespielt. Jetzt soll es doch ein konventioneller Stockdegen sein…