Bau uns doch mal bitte einen e-Joint!

So ähnlich kam die Anfrage neulich bei mir an. Gefragt war ein Joint, der trotz Rauchverbot auf unserer kleinen Bühne eingesetzt werden durfte.
Ausgegangen bin ich von einer einfachen E-Zigarette, wie wir sie seit einiger Zeit gerne v.a. für die Oper einsetzen. Im Lager hatte ich noch ein Reststück Plexiglasrohr mit passendem Innendurchmesser, welches ich mit Raspel, Feile und Schleifpapier in Form gebracht habe. Damit die E-Zigarette auch richtig funktionieren kann habe ich an entsprechender Stelle rundum mehrere Belüftungslöcher gebohrt und das ganze dann mit Sprühlack weiss mit etwas grau lackiert. Auf die vordere Öffnung habe ich mit transparentem Kleber schwarze Wollfäden als Asche/Tabak aufgeklebt. Nicht zu dicht, damit die rote LED der Zigarette noch sichtbar bleibt. Mit eingeschobener Zigarette wird das ganze dann noch in passendes Zigarettenpapier eingewickelt (wie es sich gehört, zwei lange aneinander geklebt), fertig ist der Joint 2.0

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599 pinke Luftballons

Ok, gewünscht waren eigentlich 600, aber etwas Schwund ist immer…

Für Killerinstinkt sollten bei jeder Vorstellung 600 Ballons auf die Bühne runterregnen. Rein technisch kein Problem: Ein entsprechend grosses Tuch an dem eine Seite ausgelöst werden kann mit Ballons füllen, in den Schnürboden hochziehen und auf Stichwort auslösen.
Die Probleme treten in der Vorstellungsvorbereitung auf: wie schaffe ich es mit vernünftigem zeitlichen Aufwand die ganzen Ballons aufzupusten?

Massnahme 1: Eine Aufblasmaschine (empfehlenswert die Z32 von zibi)

Massnahme 2: Eine Knothilfe (gefunden hier bei instructables)

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Resultat: 1 Person schafft die 600 Ballons in ca 2,5h…

Ein blutiges Ende

Für Dialogues des Carmelites sollten zum Ende der Vorstellung grosse Mengen von Blut über eine Treppe (mit entsprechender Rinne) auf die Bühne und dort dann in einen Gulli rinnen (hier zu sehen im Trailer). Normales Theaterblut war bei der gefragten Menge (ca 15 Liter pro Vorstellung) aus preislichen Gründen keine Option. Es musste also eine andere Lösung her, die sich auch mit Kostümen (weiss) und Bühnenbild (ebenfalls weiss) vertrug.

Grosseinkauf
(Grosseinkauf lohnt sich auf jeden Fall. Einfach bei Grünfink anfragen, wo es das Produkt in der Nähe zu kaufen gibt)

Nach einigem herumprobieren und diversen Materialtests sind wir dann auf folgendes Rezept gekommen:
10 Liter Rote Beete Saft (von Grünfink, wegen des hohen Anteils an Zitronensaft) in einem entsprechend grossen Topf aufkochen. Dann vier Pakete Saucenbinder einrühren, kurz weiterkochen lassen, dann in einen zweiten Topf umleeren.

Zutaten
(die Zutaten)

Anschliessend den gleichen Vorgang mit 10 Liter Wasser wiederholen und zum Saft dazuschütten. Die Mischung unter gelegentlichem Umrühren abkühlen lassen und wenn handwarm in einen passenden Kanister umfüllen.

Der Topf
(Die Heizplatte stammt aus dem Malersaal und wurde früher zum Knochenleim kochen verwendet)

Das getrennte Aufkochen ist zwar etwas umständlich, lässt sich aber von einer Einzelperson ohne Grossküchenzugang wesentlich einfacher handhaben. Es empfiehlt sich, für Abendvorstellungen jeweils morgens das Blut frisch vorzubereiten und die Kanister und Auffangbehälter am gleichen Abend bzw. spätestens am nächsten Morgen gründlich zu reinigen, da die Mischung relativ bald unangenehme Gerüche entwickelt…

Entsorgung im Schnee
(Entsorgung im Schnee)

Leuchtakte

Für Killerinstinkt wollte der Regisseur eine „leuchtende Akte“ auf eine Nachfrage meinerseits gab es genauere Informationen: Die Akte sollte möglichst flexibel und dünn sein, vom ersten Schauspieler als normale Akte bespielt werden können und erst beim Öffnen durch den zweiten Darsteller zu leuchten anfangen…
Einen Papierstapel aushöhlen war kein Problem, nur verleimen war leider keine Option, da das ganze ja beweglich bleiben sollte. Also habe ich den Papierstapel mittels Bohrungen, Federn und Gummibändern zusammengefügt.

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Als Leuchtmittel habe ich einfache LED-Handlampen aus dem Baumarkt auseinandergenommen, die Schalter überbrückt und die Platinen dann in Reihe geschaltet. Das ganze dann mit einem Anschluss für Batterien und einem Hebeltaster versehen und mit Teppichklebeband auf den Rücken von einem Schnellhefter aus Kunststoff geklebt und anschl. zusätzlich vernäht.

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Aus etwas festerem Papier und Frostfolie habe ich eine Abdeckung gemacht, welche ich rechts am Leuchtblock befestigt, auf die Abdeckung kam dann noch ein kleiner Stapel verschiedener Kopie als eigentliche Akte. Den ganzen Block habe ich dann in eine Hängeregistermappe geklebt.

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Molekularküche

Für die Produktion Killerinstinkt wollte die Bühnenbildnerin einen festlich gedeckten Tisch à la Molekularküche. D.h. es war ein/e Topf/Schale gefragt, aus dem kalter Nebel wabern sollte. Trockeneis war aus Gründen der Handhabung und des Preises keine Option, daher mussten andere Ideen her.
Grundsätzlich ist ja Bodennebel nichts anderes als kalter Nebel, der im Normalfall dadurch erzeugt wird, dass der Nebel in einem speziellen Vorsatz nach Austritt aus der Nebelmaschine mit Hilfe von Stickstoff oder Trockeneis heruntergekühlt wird.
Wir hatten bereits eine kleine Nebelmaschine (Tiny Fogger), die für Akkubetrieb mit Fernbedienung ausgerüstet ist. Jetzt galt es also nur noch eine Möglichkeit zu finden den Nebel (für schmales Geld) so weit runterzukühlen, dass er aus der Schale nach unten fliesst.
Nach einer kleinen Recherche (youtube ist da eine richtig gute Quelle) war ich mir ziemlich sicher, dass mein Projekt mit ein paar Camping-Kühlakkus und einer isolierten Tupperdose o.ä. funktionieren müsste. Eine Tour durch die Baumärkte und einige Stunden in der Werkstatt haben dann zu diesem funktionierenden Prototypen geführt:

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Einige Zeit später stöberte die Bühnenbildnerin im Lampenfundus einen „wunderschönen“ Lampenschirm auf, den sie für ihre Tischdeko als Schale haben wollte. Aus Platzgründen war auch ein Sockel nötig, dieser sollte weiss sein und eine möglichst schlichte Form haben. Für die Aufnahme der Kühlakkus fand ich einen passenden Eimer, den ich mit Hilfe von PVC-Hartschaumplatten als Kühler herrichtete.

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Als Sockel diente ein Kochtopf aus dem Fundus, welchen ich mit Hilfe der Schlosser zu einem passenden Sockel umfunktionierte. Im Sockel war gerade genug Platz für Nebelmaschine, Akku und Fernbedienung, sowie für den Nebelschlauch zum Kühler.

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Nach einigen Fehlversuchen hatte ich die ersten Kinderkrankheiten beseitigen können und konnte schliesslich eine fertige funktionierende Molekularküchen-Schale präsentieren.
Die Deko wurde von einem Abteilungskollegen auf einem separaten Teller erstellt und auf den Kühler aufgesetzt.

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wer eine genauere Dokumentation der Nebelschale haben möchte findet diese hier (allerdings nur auf englisch).

Zigarettenstangen

Für die Produktion „Nienich to laat“ des Niederdeutschen Schauspiels in Oldenburg (eine Adaption des Schweizer Kinofilms „Die Herbstzeitlosen“) musste ein Krämerladen u.a. mit Zigaretten bestückt werden. Da unser Intendant nur sehr ungern reale Markennamen auf der Bühne sieht, habe ich dafür eigene Zigarettenmarken entworfen.

Bei den Logos habe ich mich von Elementen mit Bezug auf die Region inspirieren lassen, für Masse und Faltung habe ich an eine echten Verpackung zerlegt und vermessen, um daraus dann ein Grundraster zu entwerfen, gezeichnet habe ich das ganze mit der Hilfe von „EasyDraw“, einem Vektorgrafik-Programm für Mac. Um den Packungen bühnentaugliche Stabilität zu geben, habe ich mir von der Tischlerei passende Holzklötze zuschneiden lassen, um die herum dann die Verpackung gefaltet und geklebt wurde.

Zu den Stangen habe ich zusätzlich noch Fliptop-Verpackungen entworfen, welche aber schlussendlich nicht zur Ausführung gelangten. Inzwischen sind auch schon für andere Produktionen eigene Zigarettenmarken nach dem gleichen Muster entstanden.

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Zauberflöte

Für die Zauberflöte musste eine Steampunk-Flöte her, also hab ich kurzerhand Bruchstücke (in diesem Falle durchaus wörtlich gemeint) einer bestehenden Querflöte mit einer Sprechmuschel eines alten Telefonhörers und einigen Kupferfittingen gekreuzt, bzw verlötet…

Spielbar ist das gute Stück natürlich nicht, aber das war auch nicht gewünscht.

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Pamina, wechsel dich

Für die Zauberflöte wünschte sich der Regisseur eine Art Hologrammbild von Pamina. Hier ist das Resultat:

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Was auf den ersten Blick etwas verwirrend aussehen mag, bietet aus den richtigen Winkeln betrachtet, zwei Bilder in einem:

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Die Originalfotos habe ich mit Hilfe von Pixelmator (Alternativsoftware zu Photoshop) in Streifen zu je 11mm nebeneinander, bzw übereinander gelegt. Hier hilft ein entsprechendes Raster ungemein. Den Ausdruck auf etwas festerem Papier habe ich dann ZickZack-gefaltet.

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Aus 10x10mm Winkelprofil aus Kunststoff habe ich 28cm lange Streifen zugeschnitten und mittels doppelseitigem Klebeband auf eine MDF-Platte geklebt. Auf der so entstandenen Unterkonstruktion habe ich dann das gefaltete Doppelbild aufgeklebt.

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Und hier ein kurzes Video von dem Effekt:

Gold und Diamanten

Für den Triumphzug in Aida waren grosse aufblasbare Objekte gewünscht: Goldbarren, Diamant, Ölfass und ein Elefant. Beim Elefanten hab ich gleich mal abgewinkt (und die Kaufvariante wurde später dann auch gecancelt), aber die anderen Objekte schienen mir möglich. Nach Schweiss-Experimenten mit HDPE-Folie (mit gedimmtem 30W-Lötkolben) bin ich dann bei einer Variante mit metallisierter PVC-Folie, bzw Regenbogenfolie und doppelseitigem Tesa gelandet.

Ein Kissen, verschweisst, bzw. verlötet aus vier Mülltüten.

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Aufgeblasen wird es von einem PC-Lüfter, welcher an einem 12V-Akku hängt

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Nach dem Experimentieren der Prototyp: Ein Goldbarren aus Metallic-Folie.

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Die Kanten werden mit doppelseitigem Tesa verklebt. Hier in der 19mm Variante.

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Beim Autobau würde man von der „Hochzeit“ sprechen…

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Auch hier wieder der PC-Lüfter

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Der fertige Prototyp (ca 330x150x40cm). Ballontypisch natürlich die rundliche Form. Für eine zweite Ausführung war eine Kammerung in Längsrichtung geplant. Dazu kam es dann leider nicht mehr… 🙁

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Der Diamant. Mit der gleichen Technik gefertigt. Das Tesa wurde aber extra auf 9mm Breite bestellt. Der Diamant einen Durchmesser von ca 2m.

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Auch hier sorgt ein PC-Lüfter für Druck (allerdings erwiesen sich die Lüfter als so stark, dass ich einen Luftauslass einbauen musste)

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Und vom Diamanten hier noch das „Making of“…

Goldn

Unser Theatergeld sah schon ziemlich mitgenommen aus und etwas „euroähnliches“ musste her. Da es auch keine Kopiervorlagen mehr gab, habe ich mich dazu entschlossen, neues Theatergeld zu entwerfen. Geeignete Motive aus Oldenburg und umzu (d.h.aus der Umgebung) waren schnell gefunden: Gebäude, Brücken und das Theaterlogo, dazu etwas Grünkohl und Onkel Dieter als Wasserzeichen. Die Farben an den Euro angelehnt und das Ganze ist sogar von der Bundesbank abgesegnet…

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